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Marktwesen - Geschichtsverein RAK e.V.Königswartha

Königswarthaer Geschichtsverein-RAK
Stawizniske towarstwo "RAK" w Rakecach
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Marktwesen

„Nach Berichten alter Lausitzer Gerichtsschreiber war Königswartha im Mittelalter eine bedeutende und wohlbefestigte Stadt… als aber das hussitische Gesindel 1425 seinen bestialischen Zug in die Lausitz unternahm, wurde Königswartha …mit Mord und Brand heimgesucht, und sank zu einem unbedeutenden Städtchen, und endlich gar zu einem Marktflecken herab.“ (Aus:Album der Rittergüter und Schlösser im Königreiche Sachsen von 1859). 1840 hatte Königswartha das Recht auf drei Jahrmärkte und einen Wochenmarkt am Dienstag. In der „Serbska Protyka?“(Sorbischer Jahreskalender) wurden die Termine für Märkte veröffentlicht.
Das waren Jahrmärkte und Viehmärkte oder beides zusammen.
  

Im 1. Halbjahr 1917 war für Königswartha ein Jahrmarkt (serbsce hermank) am 30.04.1917 angekündigt. Viehmärkte und Märkte für andere landwirtschaftliche Produkte gab es in vielen anderen Dörfern und Städten, z.B. Neschwitz, Wittichenau, Weißenberg, Senftenberg …Die Tradition der Märkte hat sich bis heute gehalten. In früheren Jahren hatten wir in Königswartha zwei Jahrmärkte, jeweils im Mai und Oktober. Ich erinnere mich an die Jahrmärkte als ich Kind war und wir noch Sonnabend Schule hatten und auf den Schulbus warten mussten.
Da haben wir auf dem Jahrmarkt, der damals auf dem Marktplatz stattgefunden hat, gewartet. Jahrmarkt war damals für uns Kinder ein Ereignis, das nicht verpasst werden durfte.
Sonntag gingen wir dann mit der Familie hin. Nach dem Gottesdienst war es auch sehr günstig, auf den Jahrmarkt zu gehen, es war ja nicht weit bis dahin. Das Kettenkarussell, die Luftschaukel, die Berg-und Talbahn und das Pferdekarussell für die ganz Kleinen waren sehr interessant für uns, natürlich auch die Losbuden und für die Älteren die Schießbude.
Die Frau Aust mit ihrem Eiskarren, der geschoben werden musste, durfte nicht fehlen. Das Eis hat uns magisch angezogen und für 10 Pfennige konnten wir es uns auch leisten. Und wer nur 5 Pfennige hatte, bekam eine halbe Kugel.

Frau Aust war sehr beliebt bei den Kindern

Hinter dem Eiskarren befindet sich die Hauptstraße, die Gebäude in der Mitte
gibt es heute nicht mehr, dort befindet sich der Parkplatz vor der Bäckerei Bresan.

Sehr beliebt waren auch die Marktstände mit den Pulsnitzer Pfefferkuchen und davon gab es mehrere. Die Pfefferkuchenherzen mit einem Spruch darauf, die Pulsnitzer Spitzen, Makronen und noch einiges mehr haben nicht nur in der Weihnachtszeit geschmeckt, die haben einfach zu den Jahrmärkten dazugehört. Ebenso gab es Fischbrötchen, Bockwurststände und viele Händler, so dass die Marktbuden in mehreren Reihen standen. Heute ist bei uns auf dem Marktplatz nur noch freitags der Wochenmarkt.

Der Marktplatz 1968
Auf dem Gutsplatz gibt es regelmäßig Märkte, wie z.B. den Weihnachtsmarkt, Antik- & Trödel- Flohmärkte. Ein saisonaler Höhepunkt ist der Gänsemarkt bei der Gänsezucht Eskildsen in der Vorweihnachtszeit.
Eine Erinnerung von  Magda Gawor:
Zu den Märkten kamen schon sehr frühzeitig auch die Leute aus den umliegenden Dörfern und stellten ihre Fahrräder im Ort, dort wo es Höfe gab, unter.
U.a.waren die Haushaltswaren von Jakobs aus Bautzen, z.B. Schüsseln, Töpfe und Wannen,
sehr hoch begehrt. Die erfolgreich „erkämpften“ Produkte wurden schnell zu den Fahrrädern gebracht und dann ging es zum zweiten Mal zum Einkauf. Heute ist an Markttagen alles ruhig und ganz anders.

Aus der Chronik von Herrn Ssyckor und persönlichen Recherchen zusammengestellt
von Alenka Hager
Mai 2026
18.08.2026
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