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Sagen aus Commerau - Auszug aus der Chronik  
   

In der Commerauer Chronik sind einige Sagen enthalten. Da Commerau ein fast rein sorbisches Dorf war, spielen die bekannten sorbischen Sagengestalten, wie Wassermann und  Mittagsfrau, eine Rolle. Die darin handelnden Personen hatten ortsbekannte Namen.
Eine Sage handelt vom “Commerauer Helden”:

“Vor mehreren Jahrhunderten, als noch der wódny muž (Wassermann) und die pøipo³dnica (Mittagsfrau) existierten, hat in Commerau ein sehr starker Held gelebt: Jan Krusche. Er war in der Lausitz sehr bekannt, von Budissin bis Bärwalde, von Bärwalde bis Cottbus und von Cottbus bis über die Kamenzer Berge. Wo es in den Städten, auf den Messen und Märkten Streitigkeiten und Schlägereien gab, wurde Jan geholt, der gewöhnlich auf keinem Markt fehlte. Wem er seine Backpfeiffen verteilte, der kam nicht mehr in seine Nähe.”

Einmal war es nach der Heuernte, die gut geborgen war und die Bauern saßen in der Dorfschenke abends bei einem Gläschen žitny (Korn).
Auch Jan fehlete nicht. Da der žitny gut mundete, waren die Bauern etwas länger sitzen geblieben und reichlich gesprächig geworden. Und da wurde von einem der Bauern dem Jan der Antrag gestellt, doch mal mit dem wódny muž (Wassermann)
eine Kraftprobe abzulegen, um zu sehen, wer stärker sein wird, ob er oder der wódny muž. Jan sagte zu. Es wurde beschlossen, am nächsten Tag nach dem Neugraben zur fraglichen Probe zu gehen, und zwar Jan und 4 Männer als Zeugen. Sie gingen an die Stelle, wo jetzt der Fußweg nach Commerau geht. Unter der Brücke, die 1902 gebaut wurde, war die Wohnung des wódny muž. Es wurde beschlossen: Jan wird in die Stube des wódny muž einsteigen und mit ihm kämpfen. Er hat sich vorbehalten, dass er sich eine Leine um die Hüften bindet, um bei Gefahr, wenn blutige Bläschen am Wasser zum Vorschein kommen, von den draußen stehenden Männern mit der Leine herausgezogen wird.
Jan stieg ins Wasser, aber es dauerte nicht lange, als blutige Bläschen am Wasser sichtbar wurden. Da zogen die Männer  den Jan heraus . Er war derart schwach, dass er sich kaum bewegen konnte. Er hat viele Wochen zugebracht, bis er wieder gesund war. Er wollte auch nicht mehr mit dem Wassermann kämpfen, denn der Kampf war bitter schwer.

In dem Buch  ”Sächsische Sagen” (Gesammelt und herausgegeben von Hans-Jörg Uther, Bechtermünz Verlag)  gibt es die Sage:
“Der Schatz auf dem Kommerauer Berge bei Königswartha”
“Es liegt ein großer Schatz in dem Berge in einer großen Baubütte und mehrere beherzte Burschen von Königswartha  wußten darum und wollten ihn heben....
Aber da einer  seinen Mund nicht halten konnte (es sollte geschwiegen werden), kam ein feuriger Ochse und verhinderte das Heben des Schatzes.

Das bedeutet: Der Schatz ist noch da!
Aber wo ist der “Kommerauer Berg”?  Meiner Meinung nach kann es nur unsere ehemalige Kiesgrube sein. Von dort kann man die Bautzener Berge sehen.

 

Blick vom Commerauer Berg – Text und Foto: Alenka Hager