Geschichte &Geschichten - Beiträge von Mitgliedern des Geschichtsvereines RAK  e.V Königswartha

 




 

 

                            

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Tankstellen in Königswartha

Die Zeit der Pferdegespanne ist vorbei. Die neuen Fahrzeuge werden nach Pferdestärken (PS) gemessen. Tankstellen ersetzen die Futterkrippen.

Ab dem Jahr 1920 stellten sich die Königswarthaer Gastwirte und Gewerbebetriebe auf den zunehmenden Automobil-Verkehr ein. Sie erwarben Vertriebsrechte von verschiedenen Benzinmarken. Die Tankstelle an der Gaststätte „Sächsisches Haus“, Max Kunze,  handelte bis ca. 1938 mit der Marke „Euco“, danach wurde sie in das Rittergut Königswartha umgesetzt (Standort vor der Schlosserei). Die Tankstelle am „Gasthaus Jägerhof“, August Peter, gebaut 1920, handelte mit „Aral“.

-          Tankstelle am „Jägerhof“

Die Schlosserei Zug, Paul Zug, betrieb bis 1945 eine Tankstelle mit der Marke „Leuna“. Neben der „Mechanischen Werkstatt“ von Edmund Hampel, Hauptstraße 47, betrieb dieser eine Tankstelle mit „Shell“. Das „Geschäft Zschech“, Ernst und Pauline Zschech, an der Hauptstraße Nr. 50, verkaufte an ihrer Tankstelle die Marken „Esso“ und „Standard“ bis 1945 (1939). Es waren somit  5 Tankstellen hier im Ort. Die Betankung erfolgte per Hand. Es wurden 2 Glaszylinder, a 5 Liter, gefüllt und im Wechsel abgelassen.

-         Vorrichtung der Betankung mit Glaszylindern -

Wie Preise und Umsatz waren, ist nicht bekannt. Der 2. Weltkrieg brachte für einige Tankstellen das Ende. Nur die Säulen bei Familie Peter am „Jägerhof“ und bei der „Schlosserei Zug“, dann Erich Zug, überlebten. Die Tankstelle bei Peter machte bis 1958 eine Zwangspause. Zug hingegen machte bald wieder unter der Einheitsmarke „Minol“ bis ca. Anfang der 50iger Jahre für die Öffentlichkeit auf.

-         Tankstelle bei Zug auf dem Grundstück von A. Pieper -

Danach betankte hier nur noch der Kraftverkehr bis ca. Ende der 50iger Jahre seine Busse. Daraufhin ging die Tankstelle bei Peter wieder in Betrieb, unter „Minol“. Der Rat der Gemeinde und Handwerker setzen sich für einen Neubau am Ortsrand von Königswartha ein. Königswarthaer Betriebe erbrachten Ende der 60iger, Anfang der 70iger Jahre die Leistungen und „Minol“ bezahlte. Anfang der 70iger Jahre hatte Königswartha  eine moderne „Minol“-Tankstelle an der damaligen F 96. Die Tankstelle bei Peter wurde geschlossen. Die Wende kam.  Die Marke „Minol“ verschwand und es folgten erst„Elf“ und dann „Total“. Unsere letzte Tankstelle wurde 2006 geschlossen und 2009 abgerissen. Trotz Bemühungen der Gemeinde gibt es bis zum heutigen Tag keinen Ersatz.

PS: Die Tankstelle bei Zug, Hauptstraße 41, war bereits im Beitrag zu den „Drogerien“  zu sehen. Sie stand auf dem Grundstück von Max Kunath. Das Gebäude fiel dem Krieg zum Opfer. Die  Tanksäule wurde um das Jahr 1950 nach links auf das Nachbargrundstück von Albert Pieper verbacht (Platzmangel bei Zug).

-         Links: Tankstelle Zug bei Max Kunath vor dem Krieg -

-          Tankstelle bei Zug nach dem Krieg; das abgebrannte
Haus von M. Kunath ist in der Mitte des Bildes noch zu sehen –